Nach den Karnevalshochburgen Düsseldorf, Köln, Mainz und Köln stehen diesen die etwas kleineren Städte Aachen und Koblenz in nichts nach. Die Narren sind hier genau so verrückt wie in den größeren Städten, denen jedoch das Fernsehen mehr Aufmerksamkeit widmet. Schon im 13. Jahrhundert fanden urkundlich verbürgt karnevalistische Aktivitäten am Deutschen Eck statt. Ein religiös motivierter Karneval wurde und wird natürlich immer von der Kirche kritisch beäugt, damit ja alles in sittlich und moralisch korrekten Bahnen abläuft. Mit dem 30 jährigen Krieg kam der Karneval zum erliegen und zog erst wieder 1688 in die Stadt ein. Der Karneval trug zu jener Zeit rein aristokratische Züge und erst mit der Übergabe von Koblenz an Napoleon wurde er zu einer bürgerlichen Veranstaltung.
Nach der Niederlage Napoleons und dem darauf folgenden Aufstieg Preußens zeichnete sich der wichtigste Abschnitt der Entwicklung des Koblenzer Karnevals ab. Von Köln ausgehend wurde der Karneval ab dem Jahre 1823 reformiert. Deutlich erkennbare Institutionalisierungen waren nun zu beobachten und damit einhergehend gründeten sich zahlreiche Vereine. Bürgerlicher Eigensinn stand schon damals mit der preußischen Staatsraison auf Kriegsfuß. Die preußische Bürokratie wollte in jenen Jahren dem karnevalistischen Treiben seine Grenzen aufzeigen. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entspannte sich das Verhältnis zwischen diesen beiden Polen. Politische Krisen und Kriege sorgten dann immer wieder dafür, dass der Karneval in den Hintergrund trat.
In den 20 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sorgten touristische und wirtschaftliche Interessen für eine erneute Belebung des närrischen Treibens. Diesen Aufschwung unterbrach der zweite Weltkrieg verständlicher Weise drastisch. Jedoch waren die Nachkriegsjahre und die Zeiten des Wirtschaftswunders von ständig wachsendem Interesse am Karneval gekennzeichnet.
Die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval ist heute Dreh- und Angelpunkt des närrischen Treibens. In dieser Arbeitsgemeinschaft kooperieren die verschiedensten Vereine der Stadt. Neben diversen Sitzungen und Saalveranstaltungen stellt der Rosenmontagszug den Höhepunkt der fünften Jahreszeit dar. Flankiert wird der Rosenmontagszug durch die Prinzenwahl und die Ernennung seiner Begleiterin, der „Dame Confluentia“. Weitere Höhepunkte sind der Sturm auf das Rathaus und auf die Falkenstein-Kaserne.